Der Aufruf «Retour à la nature!» soll gar nicht von ihm stammen. Trotzdem wird die heutzutage geradezu inflationär verwendete Aufforderung dem Genfer Philosophen Jean-Jacques Rousseau zugeschrieben. Seis drum: Keine andere Beschreibung passt besser zur aktuellen Entwicklung im Bereich des nachhaltigen Bauens.

Vor allem im Bereich der Baustoffe geht der Trend ganz klar zurück zur Natur. Von Holz bis Stroh, von Lehm bis Pflanzenfasern: Nachwachsende und ressourcenschonende Baustoffe, mit denen unsere Urahnen noch ganz selbstverständlich gebaut haben, werden heute neu entdeckt.

Allerdings: Ganz so einfach ist die Geschichte nicht. Denn in Zeiten, in denen Bauland zumindest hierzulande immer knapper wird und der Trend klar Richtung vertikales Bauen geht, werden an Baustoffe besondere Ansprüche gestellt. Einfach ausgedrückt: Unsere Vorfahren mussten noch keine Hochhäuser bauen.

Aber Forschung und Entwicklung, kluge Köpfe und moderne Technologien machen vieles möglich. Zum Beispiel die «Suurstoffi 22», das zehnstöckige Holz-Hochhaus in Risch-Rotkreuz. Oder der Aussichtsturm mit Brennofen für das Ziegelei-Museum in Cham, der in diesem Sommer aus vorfabrizierten Lehmelementen zusammengebaut werden soll.

Doch nicht nur im Bereich der Baustoffe schreitet die Entwicklung in Richtung nachhaltiges Bauen heute erfreulich voran. Die vorliegende Publikation vermittelt Einblicke in die aktuellen Anstrengungen auf den verschiedensten Ebenen. Wir wünschen Ihnen inspirierende Lektüre!

Harald Fessler, Herausgeber

 

Peter Büchel, Chefredaktor

 

Martin Hofer, dipl. Umweltberater
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